KunzeWerner in NL

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Leseproben

Was doch einst der Wetterkäfer
sagte übern Siebenschläfer:
"Regnen soll's von früh bis spät,
grad' wenn ihr auf Reisen geht."
Viele Leute - so auch ich -
dachten: Gut, dann fahr'n wir nich.
Woll'n zuhaus' uns amüsier'n,
statt den ganzen Tag zu frier'n!

Samstags hockten wir im Bau,
schauten raus: Der Himmel blau?!
Drauf den Käfer ich verdrosch,
bis er ward zum Wetterfrosch ---

Thumb So ein Auto Thumb Freie Fahrt

Weihnacht mit Muttern

Gerade um die Weihnachtszeit
besuchen sich gar viele Leut'.
Der Onkel kommt, die Tante -
manch andere Verwandte . . .
Ja, Schwiegersöhne zittern
vor ihren Schwiegermüttern . . .

"Wie war die Fahrt? Bestimmt recht schwer.
Leg erst mal ab und setz dich her."
Schon sitzt sie da mit einem Ruck -
Der Schwiegersohn nimmt schnell 'nen Schluck,
bevor die Flasche er serviert
und seine Frau ein Schnittchen schmiert.
"Sollst wie zuhause dich hier fühl'n.
Hör auf damit, Geschirr zu spül'n."

Schon hört man Frauchens leisen Fluch:
"Das schöne Glas - es ging zu Bruch.
Und hier - im Heiligtum - dem Schrank,
wo für gewöhnlich alles blank
und hübsch geordnet alles ist -
Schau, welch ein Chaos - so ein Mist!"

"Einerlei, ob Wurst, ob Butter,
immerhin - es ist die Mutter,"
spricht nun Sohni leicht beschwingt,
weil er an zu trinken fingt.
"Überhaupt, welch ein Theater?
In der Stube schläft der Vater,
und du, Frau - das wird der Hammer - ,
schläfst mit Muttern in der Kammer."

Aber Frauchen lächelt fein:
" 's soll ein Fest der Liebe sein..."

"Fest der Liebe? Nein fürwahr!
Haben wir das ganze Jahr!
Laß die Bräuche uns erneuern
mit besagten Abenteuern.
Legt sie sich erst mal zur Ruh',
kommst herüber du im Nu..."

Doch die Abende sind lang.
Vatern wird schon Angst und Bang'.
Ganz verzweifelt - wie sonst nie -
zappt er rum auf dem "Ti-Vie",
bis ein Fräulein - oben ohne -
weckt vergessene Hormone.
Liebes Frauchen, 's wär doch nett,
wenn ich dich jetzt hätt' im Bett -
ich wär Bräutigam, du Braut...
Seht nur, wie verträumt er schaut!

Auch das Frauchen (sonst oft müde)
spürt, sie ist - weiß Gott - nicht prüde.
Ach, wie gerne würd' sie huscheln
hin zu Babba - und dort kuscheln...

Aber, wenn sie sich bewegt,
sich im Bett auch Muttern regt.
Hat's am Ende sie durchschaut?!?
Na, das war's dann mit der Braut!

Fazit

Der Mensch, das weiß man nur zu gut,
besteht nun mal aus Fleisch und Blut.
Drum: Geht zur Neige nächstes Jahr,
dann machen wir's, wie's immer war!

Eine Frage der Hierarchie

Ach Kümmelchen, ach Kümmelchen,
Du bist ein fieses Lümmelchen.

Du bist’s, der uns die Sinne raubt,
nur, weil wir mittler – und Du Haupt.

Ach Kümmelchen, ach Kümmelchen,
gleich zupf‘ ich Dich am .....

..... Hemdsärmel.

Schneegestöb und Blitzgewitt

Bei Hagelsturm und Blitzgewitt
halt ich mich auf der Straße fit.
Nicht Schneegestöb, noch Regenguss
lässt mich bereuen den Entschluss,
dass ich dem Gast als Fahrer dien':
Transfer von Hünxe sonstwohin.

Doch lauert wer am Straßenrand,
erpicht darauf, dass ich erkannt
auf einem Foto – Bit by Bit,
dann nervt auch mich ein Blitzgewitt.

Probleme am Pissbecken

Oh ja, es ist schon eine Qual
wenn nur zwei Becken an der Zahl,
die voneinander nicht getrennt
durch feste Wände aus Zement.

Das heißt: Solange man allein,
ist noch die ganze Sache fein.
Da macht die Schose einen Sinn;
bedürftig war man ohnehin.
Man hat viel Ruh', man nimmt sich Zeit
und spürt genau: Gleich ist's soweit.
Man muss die Haare sich nicht raufen -
man lässt die Dinge einfach laufen.
Man pfeift ein Lied, den letzten Hit,
und denkt: Was soll der ganze Shit!
Der int'ressiert mich nicht! Man döst,
bis man vom Drange ist erlöst.

So weit – so gut. Nur, wie erwähnt,
die Zeit unendlich lang sich dehnt,
wenn voller Schwung die Tür aufgeht
und noch ein "Gast" daneben steht!

Schon packt er aus. Man ist pikiert
und sieht nun zu – vielmehr, man stiert
hinauf zur Decke, ist verstimmt,
weil nun ein and'rer einem nimmt,
worauf man selber hat ein Recht.
Vor lauter Druck wird einem schlecht.

Man spürt genau: Ihm macht's nichts aus,
dass er zugleich im selben Haus.
Nun ist es er, der nicht nur pfeift,
nein, auch noch Themen auf sich greift.
Er hält ein Schwätzchen, denkt: Wie fein,
dass ich hier nicht – wie sonst – allein.

Er spricht von sich, von Gott, der Welt,
derweil man unverrichtet hält
noch immer das, worin der Zweck
dereinst mal lag – und packt es weg.

(Es hat doch alles keinen Sinn!)
Man 'strömt' zurück zum Zimmer hin
und merkt, noch eh man es erreicht,
dass letztlich doch die Hose weicht -

Surferlatein (1)

Geht der Surfer auf die Messe,
weckt recht schnell man sein Int'resse;
Aktuelles Material
sieht er dort in großer Zahl.
-----

Lieber Surfer, nimm's nicht krumm:
Wer drauf reinfällt, ist schön dumm,
denn dein Surfspaß wird kaum mehr,
einzig: deine Taschen leer ---

Finsternis im KD

Ach ja, wie wär‘ es wunderschön,
könnt ich doch jetzt nach Hause geh’n.
Statt dessen sitzt man hier und schreibt,
weil einem gar nichts übrig bleibt.

Das Telefon (es schweigt recht still)
ist – ehrlich – auch nicht, was ich will,
denn wenn es wirklich mal erklingt,
fragt man am andren Ende: „Singt
denn dieser Flötenspieler auch,
derweil wir füllen Schlund und Bauch?
Und spielt er wirklich auch so laut,
dass man nicht hört, wer schluckt und kaut?!“

Oh, wie ich diese Menschen hass‘,
was man kaum glaubt. Man denkt noch, dass
mich eher nie verlässt der Mut
und ich noch sag‘, der Mensch sei gut.

Nun sitz‘ ich da vor dem Papier
und solch‘ Gedanken kommen mir.
Ich seh‘ den Zeiger, wie er kreist,
indes‘ mein Weib daheim verwaist.
Ich kann es bildlich vor mir seh’n.

Ach — könnt' ich doch nach Hause geh'n!

Eine Frage der Hierarchie (2)

Das Leben ist – mal streng sinniert –
nicht einfach. Eher kompliziert.

Am Morgen pfeift man voller Lust
ein kleines Lied mit stolzer Brust.

Danach geht ’s eher ruhig zu;
die Laune scheint dahin im Nu.

Noch später – kurz vor Mittag bald –
hört man: Es wird die Tür geknallt.

Nicht ein- und zweimal. Rumms ta ta.
Ab jetzt zeigt Kümmel: Ich bin da!